Energiemanagement: Unternehmen können ihre Energiekosten senken

24. Juli 2022
Portraitbild Michael Wentler
Dipl.-Ing. Michael Wentler,
Geschäftsführer Höppner
Management & Consultant GmbH

Viele Unternehmensverantwortliche sehen die steigenden Energiepreise als eine große Gefahr für ihre Organisationen an. Die aktuellen Entwicklungen verschärfen dieses Risiko zusehends. Ein systematisches Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 sowie Energieaudits nach der DIN EN 16247 können effektiv dazu beitragen, die Energiekosten maßgeblich zu senken. Mit Hilfe eines Energiemanagementsystems werden Energieeinsparpotenziale identifiziert und gehoben.

Die Zahlen sind schon länger erschreckend. Laut einer Studie von e.optimum, nach eigenen Angaben Deutschlands größte unabhängige Energie-Einkaufsgemeinschaft für Unternehmen, nannten bereits mit Blick auf die Jahre 2016 und 2017 20 Prozent aller befragten Unternehmensverantwortlichen die Energiekosten als größte Belastung für die Zukunft von mittelständischen Unternehmen.

Die neue Situation mit Krieg in der Ukraine und hoher Inflation macht die Situation nicht einfacher. „Der Russland-Ukraine-Krieg hat die Belastung der Unternehmen durch hohe Energie- und Rohstoffpreise nochmals verstärkt. Aber schon in der jüngsten DIHK-Konjunkturumfrage kurz vor Kriegsbeginn nannten zwei Drittel der Betriebe aus allen Branchen und Regionen die Energie- und Rohstoffpreise als großes Geschäftsrisiko. In der Industrie berichteten sogar 85 Prozent davon. Damit liegen diese Werte so hoch wie noch nie. Und nun verschärft sich die Situation noch weiter“, heißt es beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Unternehmen in Deutschland sind besonders stark belastet

Weiterhin heißt es: Der sprunghafte Preisanstieg trifft die deutsche Wirtschaft massiv. Mittelständler mussten auch aufgrund staatlicher Zusatzlasten bereits in Vor-Krisenzeiten die höchsten Preise in Europa zahlen – etwa doppelt so viel wie vergleichbare Unternehmen in Frankreich. Zwar wurde die EEG-Umlage zum 1. Juli 2022 abgeschafft – ein halbes Jahr früher als geplant. Sie gleicht allerdings nur einen Bruchteil der höheren Beschaffungskosten aus, betont der DIHK.

Schon weit vor dem Kriegsausbruch hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag im Rahmen einer Umfrage herausgefunden, dass der Anstieg der Strom- und Gaspreise macht weiten Teilen der deutschen Wirtschaft stark zu schaffen gemacht hatte. Drei Viertel der Unternehmen nannten damals die Strom- und Gaspreise als Belastung für ihr laufendes Geschäft. Knapp die Hälfte der rund 600 Betriebe aus allen Branchen, die sich an der Erhebung beteiligt hatten, befürchteten aufgrund der hohen Strom- und Gaspreise sogar den Verlust der eigenen Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland. „Das von den Unternehmen gezeichnete Bild ist sehr beunruhigend“, kommentierte DIHK-Präsident Peter Adrian damals die Umfrageergebnisse. „Die hohen Strom- und Gaspreise nehmen einem Drittel der Unternehmen bereits die finanziellen Spielräume für notwendige Zukunftsinvestitionen. Betroffen sind zentrale Bereiche wie Klimaschutz, Forschung und Innovation, aber auch Investitionen im jeweiligen Kerngeschäft der Unternehmen.“

Energieeffizienz in Unternehmen und Organisationen fortlaufend verbessern

Aber was können Unternehmen tun, um dieser Situation „Herr zu werden“ und ihre Energiekosten nachhaltig zu optimieren? Einfach weniger Energie zu verbrauchen, ist in der Regel nicht ohne weiteres möglich. Produktionsanlagen, Büros etc. sind ohne Energie nicht nutzbar. Daher können Unternehmen selten durch einfaches Energiesparen für eine eigene finanzielle Entlastung sorgen.

Eine Lösung ist ein systematisches Energiemanagementsystems gemäß der DIN EN ISO ISO 50001. Die Norm ISO 50001 ist ein anerkanntes, umfangreiches Standardwerk, welches seit 2011 Anwendung in den verschiedensten Unternehmensgrößen und Branchen findet. Das bietet die Chancen, die Energieeffizienz in Unternehmen und Organisationen fortlaufend zu verbessern und Energieverbräuche sowie die damit verbundenen Treibhausgasemissionen zu mindern. Ein konsequentes Energiemonitioring trägt zudem durchaus zu beachtlichen Kostenentlastungen bei.

Energiemanagement nimmt Einfluss auf die organisatorischen und technischen Abläufe

Mittlerweile nutzt eine Vielzahl von Unternehmen und anderen Organisationen ein Energiemanagementsystem, heißt es beim Umweltbundesamt. Das bedeutet laut der Behörde: „Mit Hilfe eines Energiemanagementsystems werden Energieeinsparpotenziale identifiziert und gehoben. Dazu ist es unter anderem erforderlich, die Energieträger, die Energieströme sowie die Bereiche mit wesentlichem Energieeinsatz zu ermitteln und zu bewerten. Das Energiemanagementsystem hilft so bei Entscheidungen für Investitionen in die Energieeffizienz.“

Das Energiemanagement helfe laut Umweltbundesamt so bei der Entscheidung für Investitionen in die Energieeffizienz. Um auch langfristig eine Verbesserung der Energieeffizienz zu erreichen, legten Unternehmen eine organisationsweite Energiepolitik fest, setzten sich Energieziele, schaffen Aktionspläne und messen die Zielerreichung anhand von Leistungskennzahlen. Außerdem nehme das Energiemanagement Einfluss auf die organisatorischen und technischen Abläufe im Betrieb sowie die Verhaltensweisen der Beschäftigten. „So werden beispielsweise Zuständigkeiten für energierelevante Prozesse geregelt, Kommunikationsverfahren festgelegt und die nötigen Kompetenzen des Personals ermittelt und sichergestellt“, so das Umweltbundesamt.

Bis zu zehn Prozent Einsparungen durch Energiemanagementsystem möglich

Der Vorteil: Die internationale Norm DIN EN ISO 50001 „Energiemanagementsysteme“ ist nicht sektorspezifisch ausgerichtet und kann von kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu Großkonzernen oder Behörden angewandt werden. Es ist also die Aufgabe des jeweiligen Unternehmens, die die Norm in ihrem Unternehmen implementieren, die in der ISO 50001 formulierten Anforderungen angemessenen auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden und umzusetzen. Laut Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) können Unternehmen rund zehn Prozent ihrer Energiekosten dank organisatorischer Maßnahmen nach Einführung eines Energiemanagements sparen.

Wir von Höppner Management & Consultant setzen die Norm DIN EN ISO 50001 „Energiemanagementsysteme“ professionell in Ihrem Unternehmen um und erreichen so einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess als Mittel zum Erreichen der jeweils definierten Zielsetzung in Bezug auf die energiebezogene Leistung einer Organisation. Unser Ansatz beruht auf der Methode „Planen – Umsetzen – Überprüfen – Handeln“ („Plan-Do-Check-Act“, PDCA) und umfasst die Elemente

  • Allgemeine Anforderungen
  • Verantwortung des Managements
  • Energiepolitik
  • Energieplanung
  • Einführung und Umsetzung
  • Überprüfung
  • Managementbewertung (Management-Review)

Unternehmen benötigen also Beratung sowohl bei der Implementierung als auch der fortlaufenden Verbesserung ihrer Energiemanagementsysteme. Spezialist:innen von Höppner Management & Consultant stehen auch als gut ausgebildete und erfahrene interne Auditoren für interne Systemaudits des Energiemanagementsystems zur Verfügung, um einen externen und objektiven Blick auf das Unternehmen und das jeweilige Energiemanagementsystems zu erhalten. So können neue Optimierungspotentiale und Handlungsbedarfe aufgezeigt werden, die Unternehmen für ihre persönliche Weiterentwicklung nutzen können.


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